Infos zur Alt-Jugend

Alt-Jugend

Seit August 2000 gibt es das 'Team Alt-Jugend' im MTV Riede. Geboren aus einer Idee von Ralf Böse und weiteren Vätern, alles nicht mehr aktive Fußballer, während eines Turniers ihrer Kinder. Dieses wurde von der Spartenleitung und dem Vorstand des MTV sehr positiv aufgenommen.Die Umsetzung erfolgte dann prompt.

Alt-Jugend / Freizeitfußball, was ist das überhaupt, und warum bietet der MTV Riede dieses an:

  • Fußball, einfach nur zum Spaß, ohne den Druck des nächsten Wochenendspiels.
  • als eine ideale und nahe liegende Ergänzung des fußballerischen Vereinsangebotes.
  • die Zielgruppe ist da; Mitglieder, die ohne die Verpflichtung einer Wettkampfmannschaft gelegentlich oder auch regelmäßiger gegen den Ball treten, aber auch ab und zu mal ein Turnier spielen möchten.
  • Mitglieder bleiben dem Verein erhalten, Passive können wieder aktiviert werden.
  • Fußballer aus freien Gruppen, Neubürgern etc. werden als neue Mitglieder geworben.
  • außerdem ist die Anzahl von Spielwilligen hier nicht so wichtig. Es kann in den unterschiedlichsten Organisationsformen gespielt werden. Fantasie ist hier gefragt und vorhanden.
  • aus unserem Kreis der Alt-Jugend konnten erfreulicherweise neue ehrenamtliche Mitarbeiter geworben werden.
  • der MTV Riede hat ein breiteres Angebot und sein Image verbessert.

Derzeit haben wir 21 'Stammspieler' zwischen 34 und 53 Jahren. Fair geht vor. Es wird kaum gegrätscht, da teuer (kostet eine Kiste Gerstensaft). Die Technik steht im Vordergrund und so entstehen immer wieder Aktionen, die sonst nur auf großen Turnieren zu sehen sind.

Natürlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz, z.B. unsere Mittsommerfeste im Juni für die ganze Familie sowie unsere legendären, rustikalen Weihnachtsfeiern.

Aber vor dem Vergnügen steht der Schweiß, und so beteiligen wir uns aktiv und zahlreich an den notwendigen Arbeitsdiensten auf dem Sportplatz, Planungen von Sportwochen, Karneval, usw. Mittelfristig möchten wir den 'Freundeskreis Alt-Jugend' gründen.
Wir haben in unseren Reihen einige Ehemalige, die aus unterschiedlichsten Gründen (Krankheit, Alter, Zeitprobleme usw.) nicht mehr am Training teilnehmen können, wollen, oder dürfen. Es wäre schade, wenn wir den Kontakt verlieren. Aber auch andere Personen, die unsere Idee unterstützen wollen, sind angesprochen und gern gesehen. Wir sind mittlerweile eine Traditionsmannschaft im Verein, die die Zusammengehörigkeit weiter pflegen muss und wird.

Ansprechpartner

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Ralf Böse
Thedinghauser Str. 9
27339 Riede
Tel.: 04294-678
Mobil: 0171-3347179
E-Mail:

Ein Weg zur Alt-Jugend

Alt-Jugend

Wie ich zur Alt-Jugend kam - oder wenn jung gebliebene Dinosaurier das luftgefüllte Leder zärtlich streicheln

Hast du nicht Lust Fußball zu spielen, fragte mich vor ein paar Jahren so ein o-beiniger Balltreter. Ich sag´, Lust schon, aber keine Zeit. Die übliche Ausrede. „Na, einmal die Woche wirst du doch wohl Zeit haben, um ein bisschen ´rumzukicken. Wir treffen uns immer Freitagabends.“ – „Hoffentlich auch den Ball“, denke ich, und sofort fallen mir die schlimmsten Verletzungen aus der Bundesliga-Berichterstattung im Fernsehen ein. Zum Beispiel der aufgeplatzte Oberschenkel von Ewald Lienen. War das Blut des Mönchengladbachers damals eigentlich schon rot oder hat das Fernsehen zu der Zeit noch in Schwarz-Weiß übertragen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir noch keinen Farbfernseher hatten. Oder Dietmar Jakobs vom HSV mit dem Haken im Rücken – Sportinvalide. War der Verletzung überhaupt ein Foul vorausgegangen? Egal. Fußball an sich ist ja nicht brutal, nur der Kampf um das hohle Spielgerät. Immer rauf auf das Calcium-Gerüst der Haxen, Hauptsache der Ball landet beim Mitspieler oder besser noch im Tor. Lass es krachen, am Ende muss die Null stehen, oder was? Nee, das ist nichts für mich. Ich glaube, in meiner Lebensversicherung musste ich mich verpflichten, auf derart gefährliche Sportarten zu verzichten.

Mein Gegenüber erzählte mir etwas von Grätschen sei verboten und fairem Spiel, weil am Montag ja alle wieder zur Arbeit müssten. Soweit die Theorie, wie denn wohl die Praxis aussieht? Neugierig auf diese Truppe machte mich schließlich etwas ganz anderes, für alle sichtbar eine Aufschrift auf dem Trainingsanzug: ALT-JUGEND.

„Alt-Jugend?“ fragte ich mich, „was ist das denn?“ Dann machte ich mir so meine Gedanken:  Jugend hab ich schon ´mal gehört und auch erlebt, Alte kenn´ich auch, Oma und Opa zum Beispiel, oder Johannes Heesters, die sind alt, ...sogar uralt, ein zugegebenermaßen extremes Beispiel. Aber Alt-Jugend, was soll das denn sein, oder viel mehr: Wer soll das denn sei? Etwa ältere Jugendliche, die langsam in die Jahre kommen, bei denen sich die ersten Wehwehchen bemerkbar machen oder der Bauchansatz allmählich sichtbar wird. Also, unter Alt-Jugend könnte ich mir etwa junge Leute im Alter zwischen 20 und , sagen wir ´mal, 25, 26 oder 27 vorstellen. Ältere Jugendliche, die langsam in die Jahre gekommen sind. Alte Herren oder Altliga sind mir bekannte Begriffe, aber Alt-Jugend?

Und so raffte ich mich an einem Freitagabend auf, die Sportsachen zu packen und begab mich  zum Mittelpunkt des sportlichen Treibens an den Rand von Riede-City, wo der flutlicht-geschwängerte Trainingsacker des MTV auf  mehr oder weniger gestählte Körper wartete. Beim Betreten des dunstigen Umkleideraumes traf ich nicht nur auf ein freundliches „Hallo, wer bist du denn?“ sondern auch auf eine Reihe gut gelaunter und noch besser duftender Männerkörper, die sich in meist körpergerechte weil an den Body optimal angepassten Trikots zwängten. Klack, Klack, Klack ... und schon hatte wieder einer dieser Alt-Jugendlichen die heiligen Hallen des MTV Riede verlassen und strebte dem holprigen Acker entgegen. Ich ließ mir erstmal Zeit, streifte mir so eine Art Rüstung über Beine, Brust und Becken, so dass der Rumpf optimal geschützt war. Waren die nicht eben in kurzen Shorts aufgelaufen, mit nackten Beinen. Ich dachte, die kämpfen um den Ball und jeden Meter Raum.

Bestens gerüstet betrat ich das löchrige Grün. Alle standen noch oder liefen schon, Blut war offensichtlich noch nicht geflossen. Und dabei blieb es an diesem Abend und auch an den darauf folgenden Freitagen. Denn nahezu schwerelos schienen sich die Körper zu bewegen,  so als wenn jung gebliebene Dinosaurier das luftgefüllte Leder zärtlich streicheln; begleitet von dem einen oder anderen Trick, wie man ihn selbst in den Bundesliga-Arenen viel zu selten zu präsentiert bekommt.  Und so gewöhnte auch ich mir das Grätschen ab, ließ Gegner und Ball im Zweifelsfall lieber an mir vorbei, um dann zu sehen, wie sich der zunächst erfolgreiche Ballbesitzer insgeheim triumphierend voller Dankbarkeit für meine Rücksicht revanchierte, und das leere Tor um Zentimeter verfehlte. So kann am Montag jeder wieder unbeschadet seiner Tätigkeit nachgehen. Alt-Jugend, wir danken dir!