Throls Platzverweis der Anfang vom Ende
Bezirksliga-Neuling FSV Langwedel-Völkersen führt 2:0, unterliegt dem MTV Riede aber noch mit 2:4 - 05.08.2013 Weserkurier
Ein kurzer Moment der Provokation genügte. An der Seitenlinie hatten sich Langwedels Daniel Throl und Riedes Florian Flessner ein Gerangel geliefert, das Throl schließlich mit einem Schubser beendete. Schiedsrichter Yannick Leinfels (Beverstedt) zückte nach Absprache mit seinem Assistenten völlig zurecht die Rote Karte (47.). Es sollte der Anfang vom Ende für die Gastgeber sein.
Zuvor hatten sie das Geschehen weitgehend im Griff gehabt. Nach drei Minuten kullerte der Ball nach einem Pressschlag von Throl noch an den Pfosten, kurz darauf beförderte Tino Heimbruch die Kugel jedoch nach einer schönen Kombination über Sven Sedlasek und Lukas Krempel in die Maschen (9.).
Die Rieder agierten in dieser Phase viel zu umständlich, keine Ordnung war im Aufbau- und Passspiel zu erkennen. Der FSV probierte es dagegen zumeist mit weiten Diagonalbällen – oder schaltete bei Ballverlusten der Gäste blitzschnell um. So auch in der 23. Minute, als Daniel Throl Janek Kamermann bediente, der wiederum mustergültig für Christian Arndt auflegte – 2:0. "Wir waren in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht auf dem Platz, weshalb ich meine Jungs in der Kabine natürlich noch einmal lautstark angesprochen habe", erklärte MTV-Trainer Uwe Bischoff, "der Platzverweis war dann aber natürlich die entscheidende Szene".
Traumtore aus der Distanz
Das sah sein Gegenüber Sascha Lindhorst genauso. "Wir haben durch die Rote Karte den Faden verloren, wobei gleich zwei der folgenden Tore durch Distanzschüsse gefallen sind, die man durchaus rechtzeitig hätte unterbinden können. Es ist ja nicht so, dass man da keine Chance hat." Zunächst verkürzten die Gäste jedoch nach einer Kombination über den eingewechselten Nico Zumbruch und Dennis Knief (55.). Danach folgten die Fernschüsse: Erst traf Kapitän Marc Lindenberg (69.), dann setzte Stefan Scholz den Ball sehenswert in den Winkel des Tores (72.). "Und dann hat Mesut Kadah aus fünf Metern die Riesenchance zum 4:2 – und wenn er den auch noch macht, fällt hier auch noch das 6:2 oder 7:2", meinte Bischoff. "So müssen wir hier zwischendurch noch zittern, weil Langwedel am Ende noch einmal aufkommt." Die beiden größten Möglichkeiten durch Martin Kusnik und Tino Heinbruch parierte MTV-Torhüter Marcel Bremer jedoch sicher (83., 89.). Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut der eingewechselte Kadah (90.+1).
Eine Halbzeit lang hatte es richtig gut ausgesehen für den FSV Langwedel-Völkersen. Der Aufsteiger in die Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 führte verdient mit 2:0 gegen den MTV Riede. Eine Rote Karte für Daniel Throl kurz nach dem Seitenwechsel sorgte jedoch für einen spürbaren Bruch im Spiel der Gastgeber, den die Rieder konsequent nutzten. Die Elf von Trainer Uwe Bischoff schoss so noch einen 4:2 (0:2)-Triumph heraus.
Apropos Kadah: Er hatte ebenso wie Jakob Keller und Nico Zumbruch, die ebenfalls eingewechselt worden waren, sichtlich zur Leistungssteigerung der Rieder beigetragen. "Keine Frage, diese drei Spieler gehören eigentlich in die erste Elf. Ein Nico Zumbruch zum Beispiel wird in dieser Saison sicherlich noch einigen Spielern die Hacken zeigen", sagte Uwe Bischoff, hatte aber trotzdem eine plausible Begründung für ihr Verweilen auf der Bank parat: "Sie mussten mal eben diszipliniert werden. Sie müssen noch lernen, dass sie sich besser in diese Mannschaft integrieren müssen."
Sascha Lindhorst war derweil verständlicherweise enttäuscht, nahm aber durchaus Positives mit aus dieser Auftaktbegegnung. "Die Jungs haben sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und es immer weiter versucht", meinte er. "Und die erste Halbzeit war eben richtig gut, da haben wir den Gegner unter Kontrolle gehabt. Tja, aber dann..." Genau, dann kam der Platzverweis, der alles veränderte.
